Dieser Artikel soll über die Noten an dänischen Universitäten und über die Vorlesungsstruktur an der DTU informieren. Nach vielen Bilder ist dieser Artikel mehr was für Leseratten
Fangen wir mit der Vorlesungsstruktur an. Zunächst einmal, es gibt ein Herbstsemester (von 01.09 bis 31.01.) und ein Frühlingssemster (von 01.02. bis 31.06.) im Gegensatz zum gewohnten Winter- und Sommersemester. Klausuren sind 3 Wochen im Dezember und 3 Wochen im Mai. Vor den Klausuren gibt es die sogenannte 13-Wochen-Phase, in der verschiedene Vorlesungen belegt werden können (Struktur siehe nächster Abschnitt) und die dazugehörigen Klausuren sind dann in der jeweiligen Zeit im Dezember oder Mai. Nach der Klausurenphase gibt es noch eine 3-Wochen-Phase in der ein sehr praktisch orientierter Kurs belegt werden kann, die dann über 3 Wochen täglich von Montag bis Freitag stattfindet. Die Klausur findet am letzten Tag des Kurses statt.
Vorlesungen in der 13-Wochen-Phase gibt es in der Regel von Montag bis Freitag, so wie in Deutschland auch. Eine gesamte Woche ist unterteilt in 10 Module a 4 h. Das sieht dann jeden Tag unter der Woche so aus:
1A, 2A, … sind dabei die einzelnen Module. Eine einzelne Vorlesung kann nun 5 ECTS-Punkte haben, dann belegt sie genau ein Modul bzw. ist 4 h groß. Hat sie 10 ECTS-Punkte belegt sie 2 Module (meist dann zwei zusammengehörige, also z.B. 2A und 2B), bei 15 ECTS-Punkte belegt sie drei (dies kommt so gut wie nie vor).
Was die 4 h Blöcke angeht sind die Professoren und Dozenten sehr frei in ihrer Gestaltung. So kommt es nicht selten vor, dass es morgens auch erst um 9 Uhr los geht. Oder ein Modul aus 2 h Vorlesung und 2 h Übungen besteht, was mir persönlich sehr gefällt. Eine weitere Variante ist auch Übungen einfach immer mal wieder während der Vorlesung zu machen. Und Pausen gibt’s auch reichlich, oft sogar mit freiem Kaffee, Tee und heißer Schokolade. Manche Professoren machen auch mal 3 Stunden Vorlesung und an manchen Tagen gibt es was Praktisches zu tun.
Mein Fazit dazu ist zunächst mal, dass ich das System sehr gut finde. Mir hat bisher niemand erzählt, dass er damit unzufrieden wäre. Und die Professoren haben auch genug Freiräume um die Vorlesung möglichst abwechslungsreich zu gestalten und an den jeweiligen Stoff anzupassen. Ich würde mir das Gleiche oder Ähnliches auch in Freiburg wünschen (wir haben nur Vorlesungen mit 3 oder 5 ECTS-Punkte und einen zerstückelten Stundenplan). Die klare Gliederung des Stundenplans an der DTU verschwendet keine Zeit durch unnötige Freistunden und ist sehr kompakt.
Das Notensystem in Dänemark wurde vor ein paar Jahren geändert und besteht heute aus der sogenannten 7-trins-skalaen, d.h. 7 Notenstufen, was für deutsche Verhältnisse ziemlich wenig ist und meiner Meinung nach merkwürdig und ungenügend, da es kaum Möglichkeiten zur Abstufung gibt. Konkret sehen die Noten wie folgt aus, wobei das deutsche und europäische Aquivalent dabei stehen:
- DK – GER – EU
- 12 – 1.0 – A – Beste Note
- 10 – 1.6 – B
- 7 – 2.5 – C
- 4 – 3.4 – D
- 02 – 4.0 – E – Bestanden
- 00 – 5.0 – Fx – Nicht bestanden
- -3 – 5.0 – F
Mir kommt es so vor, dass eine 1.6 in Deutschland deutlich schwieriger zu erreichen ist als eine 10 in Dänemark. Bei der Note 7 und 4 sieht man den Unterschied deutlich, es wird im Vergleich zum deutschen System, fast eine ganze Note gesprungen. Die Noten 02 und 00 sind extra zweistellig, um dem Fälschen zu einer 12 beziehungsweise 10 vorzubeugen. Wieso die -3 eingeführt wurde ist mir ein großes Rätsel. Sie wird laut Aussagen anderer hauptsächlich vergeben, wenn der Student überhaupt nicht erschienen ist.
Hier gibt’s noch ein paar Infos, weitere Notensysteme in Europa und auch einen Notenumrechner:
http://www.studyineurope.eu/ (englisch)
http://www.studyineurope.eu/grades/compare (englisch)
http://www.studyineurope.eu/grades/grade-converter (englisch)






Vielen Dank für deinen Link! Habe euch dann auch mal gleich verlinkt.
Grüße
Max